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Scheidungskind 01

Meldungen

präsentiert von Michael Palomino

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Scheidungskind am 24.12.2025: Verlässlichkeit ist das Wichtigste - nicht die Show von Weihnachten:
Trennung, Familie & Feiertage: Weihnachten nach der Scheidung: Was Kinder wirklich brauchen
https://www.blick.ch/life/gesundheit/psychologie/weihnachten-mit-kindern-nach-scheidung-neue-wege-id21521791.html

Gunda Bossel -- SEO-Redaktorin -- Weihnachten verändert sich nach einer Trennung fast immer. Statt eines durchgetakteten Grossfamilienfests entstehen kleinere Feiern, klarere Zuständigkeiten und weniger unausgesprochene Erwartungen. Für Kinder ist das oft kein Verlust – im Gegenteil.

Alles ist anders, aber alles ist gut, auch Weihnachten mit Kindern nach Trennungen und Scheidungen: Zwei überschaubare Weihnachtsfeste können für Kinder entlastender sein als ein einziges, emotional aufgeladenes Grossereignis. Vorausgesetzt, beide Elternteile übernehmen Verantwortung auf ihre Weise:

Viele getrennte Eltern berichten, dass sie sich nach der Trennung freier fühlen. Sie feiern Weihnachten näher an ihrem eigenen Alltag, ohne Perfektionsdruck und ohne familiäre Pflichtprogramme.

Psychologisch ist das nachvollziehbar
Nach einer Trennung sinkt der Wunsch, Erwartungen anderer zu erfüllen, während das Bedürfnis nach Kontrolle und Stabilität steigt. Für Kinder zählt dabei weniger die Inszenierung – sondern Verlässlichkeit. Studien zeigen, dass Kinder Übergänge und Veränderungen gut bewältigen, solange sie emotional begleitet werden und feste Bezugspersonen behalten.

Adventszauber ist emotionale Arbeit – und bleibt oft an einem Elternteil hängen
Die Vorweihnachtszeit besteht aus zahllosen unsichtbaren Aufgaben: Adventskalender vorbereiten, Guetzli backen, Geschenke planen, Schulfeiern organisieren, Dekoration, Rituale, Stimmung. Diese sogenannte emotionale und mentale Arbeit wird nach Trennungen in den meisten Familien weiterhin von einem Elternteil übernommen, dies überdurchschnittlich häufig von den Müttern.

Das ist kein Zufall. Studien zur «Mental Load»-Verteilung zeigen, dass Frauen auch nach Trennungen deutlich häufiger für emotionale Organisation der Kinder zuständig bleiben, insbesondere wenn sie die Hauptbetreuung übernehmen und den Alltag mit den Kindern (er)leben. Weihnachten verstärkt dieses Ungleichgewicht, weil es stark mit Fürsorge, Symbolik und emotionaler Sicherheit verknüpft ist.

Während also ein Elternteil den Advent über Nähe schafft, wünscht sich der andere oft vor allem nur eines: am eigentlichen Fest dabei zu sein. Weihnachten wird dann oft auf einen Abend oder ein Weihnachtsfrühstück reduziert. Oft wird dieses dann nicht mal selber organisiert: Geschenke kaufen, kurz die Einladung der Grosseltern warhnehmen, wieder gehen. Was den Vätern damit bleibt, ist leider nicht selten nur noch die Rolle des «Geschenke-Überbringers». Die Kinder freuen sich weniger auf die gemeinsame Zeit, als auf das erwartete Geschenk.

Warum viele Väter sich im Advent zurückziehen – und was dahintersteckt
Dieses Verhalten ist selten böse gemeint. Psychologisch lässt es sich gut erklären:

Viele Männer wurden selbst so sozialisiert, dass emotionale Rituale, Feiertagsgestaltung und Beziehungsarbeit nicht zu ihren Kernaufgaben zählen.

Studien zur Vaterrolle zeigen, dass Väter sich stärker für «ereignisbezogene» Nähe zuständig fühlen (Ausflüge, Geschenke, besondere Events), während die kontinuierliche emotionale Begleitung häufiger von Müttern übernommen wird.

Nach einer Trennung kommt ein weiterer Faktor hinzu: emotionale Überforderung
Advent und Weihnachten sind stark emotional aufgeladen, also genau das, was viele getrennte Väter gänzlich vermeiden möchten. Sie konzentrieren sich daher auf das Messbare: Geschenke, zeitlich begrenzte Aktivitäten, Ausflüge. Der Alltag mit den Kindern wird oft nicht mehr gelebt. Das gibt ihnen eine vermeintliche Kontrolle und reduziert die emotionale Unsicherheit.

Hinzu kommt oft ein unterschwelliger Loyalitätskonflikt: Manche Väter ziehen sich zurück, um nicht «in Konkurrenz» zur Ex-Partnerin zu treten oder um Konflikte zu vermeiden. Sie verlassen sich nach wie vor voll auf die Mütter und hoffen insgeheim darauf, es möge die Beziehung zu ihren Kindern nicht belasten.

Ungleichgewicht entsteht – und kann schmerzen
Für Kinder funktioniert diese Aufteilung häufig erstaunlich gut. Sie geniessen unterschiedliche Weihnachtsversionen bei Mutter und Vater. Für den Elternteil, der den Advent trägt, kann das Ungleichgewicht jedoch emotional belastend sein. Denn während die eigene Energie über Wochen fliesst, erscheint der andere nur punktuell.

Typisch sind Szenen wie: Weihnachtsbrunch bei den Grosseltern, Geschenke öffnen – und dann rasch weiter. Der Skitag wartet, die neue Partnerin nörgelt, die Ruhe ohne Kinder ist verlockend. 

Auch das ist psychologisch erklärbar: Nach Trennungen priorisieren viele erwachsene Männer ihre Autonomie und die eigene Erholung. Kinder spüren das, werten es aber nicht automatisch negativ – solange sie bei mindestens einem Elternteil, meist der Mutter, emotionale Sicherheit erleben.

Was Kinder wirklich brauchen – und was nicht
Entwicklungspsychologisch ist klar: Kinder brauchen keine perfekte Weihnachtskulisse. Sie brauchen emotionale Verlässlichkeit. Die Studien zeigen, dass wiederkehrende Rituale, selbst einfache, Kindern Halt geben und sie sich langfristig stärker daran erinnern als an grosse Einzelereignisse. Somit bleibt der Adventsmonat, gespickt mit kleinen Details, oft häufiger in Erinnerung, als der eine Abend mit dem Vater oder das grosse Geschenk von ihm.

Ob die Kerzen im Dezember täglich brennen oder der Adventskalender selbst gebastelt ist, spielt eine untergeordnete Rolle. Entscheidend ist, dass ein Elternteil den Rahmen hält. Dass jemand da ist, der den Advent «trägt». Diese Erinnerungen verankern sich tief, oft ein Leben lang.

Neue Rollen bewusst gestalten
Eine Trennung bietet für Geschiedene oder Getrennte somit auch eine Chance, die Feiertage neu zu definieren: Ein neues Ritual, anderes Essen als die Jahre zuvor, neue Weihnachts-CDs. Alles ist Möglich.

Nicht jeder Mensch braucht Weihnachtszauber, die Kinder jedoch profitieren davon, wenn er wenigstens bei einem Elternteil spürbar bleibt.

Manche Väter entdecken erst nach der Trennung, dass Weihnachten mehr ist als die 3-stündige Einladung bei den Grosseltern. Andere verharren hingegen starr in ihrer reduzierten Rolle – aber auch das kann für Kinder erstaunlich gut funktionieren, solange Klarheit herrscht. Entscheidend ist nicht Gleichverteilung, sondern Verlässlichkeit. Denn Kinder spüren genau, wer ihnen in dieser besonderen Zeit Geborgenheit und Aufmerksamkeit schenkt.

Weihnachten nach der Scheidung ist keine Notlösung
Nicht jeder Mensch verbindet Weihnachten mit grossen Gefühlen. Für viele ist es einfach eine angenehme Zeit – ohne Drama, ohne Nostalgie.

Weihnachten nach der Trennung ist also keinesfalls Notprogramm. Es ist eine neue Version von Familie: oft pragmatischer, meist entspannter und in vielen Fällen ehrlicher als früher.

Also, zaubert kraftvoll weiter, liebe Mütter, geniesst die Zeit mit euren Kindern und ärgert euch nicht über den oft fehlenden Einsatz mancher Väter. Denn die Erinnerungen an die Weihnachtszeit sind für die Kinder unvergesslich, auch, oder gerade weil sie weitestgehend nur von einem Elternteil gestaltet werden.




3.3.2026: Scheidungskinder haben weniger Nachwuchs
-- bei Männern -13%
-- bei Frauen -5%
https://science.orf.at/stories/3234450/

Scheidungskinder bekommen im Schnitt etwas weniger Nachwuchs als andere Menschen. Bei Männern sei die Zahl der Kinder um rund 13 Prozent reduziert, bei Frauen um etwa fünf Prozent, so das Ergebnis einer aktuellen Studie mit Daten von rund 1,75 Mio. Menschen, die 1970 bis 1980 in den Niederlanden geborenen wurden.

Hauptgrund sei die kürzere Dauer von Ehen und Partnerschaften der Scheidungskinder, berichtet die Gruppe um Silvia Palmaccio von der Bocconi-Universität in Mailand im Journal „Demography“. Denn Geburten fänden typischerweise innerhalb einer – ehelichen oder nichtehelichen – Partnerschaft statt. Weitere Ergebnisse: Kinder aus geschiedenen Familien bleiben im Schnitt etwas häufiger als andere kinderlos. Bekamen sie Kinder, dann geschah das im Mittel früher.

Der zentrale Mechanismus für die geringere Kinderzahl liegt laut Studie darin, dass Scheidungskinder sich häufiger trennen als andere Menschen und daher kürzere Ehen und Partnerschaften haben. „Dies ist ein durchaus plausibler Zusammenhang, der so meines Wissens noch nie gezeigt wurde“, sagt Heike Trappe, Professorin für Soziologie und Familiendemografie an der Universität Rostock. Sie war nicht an der Studie beteiligt.

Das Team räumt ein, dass die Ergebnisse keinen kausalen Zusammenhang zeigen. Offen bleibe daher, ob es die elterliche Scheidung als solche sei, die das Partnerschaftsverhalten und die Zahl der Nachkommen der betroffenen Kinder beeinflusse, sagt Trappe. Ein Grund für die häufigeren Trennungen könnten auch Werte und Einstellungen aus der Herkunftsfamilie sein. „Die Studie ist methodisch überzeugend und wissenschaftlich relevant“, sagt auch Martin Bujard, Professor für Medizinische Soziologie und Familiensoziologie an der Universität Heidelberg.
Sinkende Geburtenrate

Von den rund 1,75 Millionen analysierten Erwachsenen aus den Niederlanden hatten rund 186.000 vor dem Alter von 18 Jahren eine elterliche Scheidung erlebten. Dies sind knapp 11 Prozent. Das Forschungsteam hatte für die Studie Kovarianten wie etwa die Anzahl der Geschwister oder das Wohnumfeld im Alter von 11 Jahren berücksichtigt.

Frauen aus geschiedenen Familien bekamen nach den Studiendaten ihr erstes Kind deutlich früher, und zwar um 0,75 Jahre. Bei Männern war der Effekt mit 0,30 Jahren früherer Vaterschaft kleiner. Für Frauen zeigt die Studie zudem einen Altersgradienten: Je später in der Kindheit die Scheidung stattfand, desto später bekamen sie ihr erstes Kind. Bei Männern sei dieses Muster schwächer und meist nicht signifikant.

In den vergangenen Jahrzehnten sei die Zahl der Geburten in nahezu allen europäischen und nordamerikanischen Ländern unter das Bestandserhaltungsniveau gesunken, schreibt das Team. „Die Kinderlosigkeit hat zugenommen, wobei viele Menschen freiwillig kinderlos bleiben.“
Kürzere Ehe

Die Ehe von Kindern aus Scheidungsfamilien dauerte in der Studie im Schnitt etwa ein Jahr kürzer als bei anderen Menschen. Werde die verkürzte Dauer berücksichtigt, verschwinde der Zusammenhang zwischen elterlicher Scheidung und Zahl der Nachkommen bei Frauen weitgehend, schreibt das Team. Bei Männern halbiere sie sich. Das Ergebnis lege nahe, dass der Effekt elterlicher Scheidung auf die Fertilität ihrer Kinder wesentlich von der verkürzten Ehedauer abhängt.

Zusatzanalysen zeigten nach Angaben des Teams, dass die Ergebnisse auch für Kinder gelten können, die die Trennung unverheirateter, zusammenlebender Eltern erleben. Dazu wurden Daten von Paaren genutzt, die eine gemeinsame Steuererklärung eingereicht oder einen speziellen Vertrag zum Zusammenleben unterzeichnet hatten.

Die Gruppe nennt mehrere Einschränkungen der Studie: Der Ansatz erlaube unter anderem keine Prüfung aller theoretisch möglicher Erklärungen dafür, wie die elterliche Scheidung die Einstellungen zu Familie und Ehe prägt. Die Analyse beziehe sich auf die Niederlande – ein kleines Land mit starkem Wohlfahrtssystem.
Ablauf der Trennung entscheidend

„Trennungen verlaufen höchst unterschiedlich und sind in unterschiedlichem Ausmaß konfliktreich“, betont Bujard. So gebe es Patchworkfamilien mit guter Kommunikation, aber auch destruktive dauerhafte Konflikte zwischen den Eltern. „Daher kann man davon ausgehen, dass Trennungen nicht pauschal mit niedrigeren Kinderwünschen zusammenhängen.“ Es komme darauf an, wie die Trennungen ablaufen. „Bei den Auswirkungen auf den Kinderwunsch der Kinder sind die Art der Kommunikation der Familie nach der Trennung sowie der Kontakt zu beiden Elternteilen entscheidend.“

In der Studie wurde zwar nicht ausgewertet, inwieweit elterliche Konflikte – sei es in verheirateten oder geschiedenen Familien – die Kinder beeinflussen. Allgemein zeige die Studienlage jedoch, „dass das Aufwachsen in einer Familie, in der die Eltern zwar zusammenbleiben, aber ein hohes Maß an Konflikten erleben, ebenfalls schädlich für Kinder sein kann“, sagte Erstautorin Palmaccio der dpa. „Aus diesem Grund wäre ich vorsichtig mit der Schlussfolgerung, dass das Zusammenbleiben für ein konfliktreiches Paar zwangsläufig vorteilhaft wäre, nur um die Wahrscheinlichkeit zu erhöhen, mehr Enkelkinder zu bekommen.“

red, science.ORF.at/Agenturen




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